Risiken! In Kauf nehmen oder lieber nicht?

Die Erfahrung aus Beratungsprojekten und Schulungen hat gezeigt, dass die Definition des Wortes „Risiko“ unterschiedlich und subjektiv ausfällt. Meist sind es negative Assoziationen wie „Gefahr“, „vermeiden“ oder „etwas schief gehen“.

Was sind Risiken?

Die Erfahrung aus Beratungsprojekten und Schulungen hat gezeigt, dass die Definition des Wortes „Risiko“ unterschiedlich und subjektiv ausfällt. Meist sind es negative Assoziationen wie „Gefahr“, „vermeiden“ oder „etwas schief gehen“. Hin und wieder verbinden die Menschen aber auch Positives mit dem Wort „Risiko“. Es fallen beispielsweise dann Wörter wie „Chance“. Geht man dem Wortursprung nach, wird man auch nicht viel schlauer. Ich bin, ehrlich gesagt, nicht der Meinung, dass uns eine akademisch exakte Wortdefinition und Abgrenzung zu anderen, ähnlich verwendeten Wörtern im Kontext wirtschaftlichen Handelns weiterhilft. Ich denke das Risiko ist grundsätzlich neutral und beschreibt einfach ein unvorhersehbares Ergebnis, also eine Unsicherheit. Die kann kleiner oder größer und je nach Blickwinkel und Ziel positiv (Chance) oder negativ (Gefahr) sein. Lassen wir uns nun auf das Risiko ein, wird es zum Wagnis. Dort können wir gewinnen oder verlieren.

Wann gehen wir Risiken ein?

Die abgedroschene Antwort auf diese Frage lautet: „Wir gehen schon ein Risiko ein, wenn wir früh morgens aus dem Bett steigen“. Das ist zugegebenermaßen etwas platt, trifft den Nagel dennoch auf den Kopf. Wir erwarten oder erhoffen uns etwas vom vor uns liegenden Tag. Dies treibt uns aus dem Bett. Die Gefahr dabei ist, dass uns etwas Negatives passiert. Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, dass sich das Aufstehen lohnt. Alles andere wäre für mich ein Alarmsignal für eine Depression. Wenn wir das etwas abstrahieren, gehen wir das Risiko immer dann ein, wenn wir die Chance höher einschätzen als die Gefahr.

Was beeinfluss diese Einschätzung?

Wie wir die Höhe der Gefahr und der Chance einschätzen hängt von zahlreichen Faktoren ab. Das wären beispielsweise:

  • die persönliche Risikoneigung
  • die Menge an verfügbaren Informationen
  • gemachte Erfahrungen
  • die vorherrschende Meinung
  • der aktuelle Zeitgeist

 

Daraus folgt, dass die Einschätzung je nach Person, Zeitpunkt und Rahmenbedingung unterschiedlich ausfallen wird. Und demzufolge auch die daraus abgeleitete Handlung.

Welche Konsequenzen hat das für Unternehmen?

Grundsätzlich muss ein Unternehmen Risiken eingehen, um am Ende erfolgreich zu sein. Gewinne einfahren und dabei Gefahren vollständig aus dem Weg zu gehen halte ich für unmöglich. Übersteigen die eingegangenen Risiken die Leistungsfähigkeit des Unternehmens wird es schnell haarig. Unternehmen haben daher die Aufgabe eine Balance zwischen Gefahr und Chance zu finden. Die maximale Nutzung sich bietender Chancen unter Berücksichtigung der Gefahren, die damit einhergehen (und die das Unternehmen auch verkraften kann). Dass das nicht leicht ist, beweisen zahlreiche Firmenpleiten.

Kein Unternehmen (auch kein kleines) kann daher ohne eine Betrachtung von Risiken auskommen.

Große Unternehmen werden einen formalen Prozess daraus machen, in kleinen wird es eher formlos geschehen. Wichtig ist einzig und allein die bewusste Auseinandersetzung mit diesem Thema.